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Einer der größten legalen und bekannten Fälscher Buden der DDR, in denen Bilder, Gemälde und Plastiken entstanden, waren die Werkstätten der Kunstmaler der DEFA.

 

Wer hat im Kino jemals gezweifelt, dass er echte Kunstwerke sieht, sobald es die Handlung erfordert, geliehen aus Museen und Galerien? Auch diesbezüglich bieten Filme das, was sie selbst sind: Illusionen. Heute helfen gute Reprotechniken, bei der DEFA wurde jedoch ein fast ausgestorbener Beruf lange erhalten: Filmkunstmaler.

 

Lotte in WeimarLotte in Weimar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Fälscher per Auftrag" wurde er genannt. Nach 45 Jahren bei der DEFA und im Studio Babelsberg gehörte er fast schon zum Inventar. Alfred Born, Chefkunstmaler, Leiter der Abteilung Kunstmaler, ist am Arbeitsplatz tödlich verunglückt.

 

Der Chef im Atelier.Der Chef im Atelier.

„Ein Traum jedes Mitarbeiters…, wenn dann auf dem Studio oder Außengelände krepieren.“. Die Potsdamer Zeitung schrieb im April 2001 von einem tragischen Unglücksfall. „Das Unglück geschah schon vor zwei Wochen, wie jetzt bekannt wurde. Born war bei der Verabschiedung eines Kollegen von einer Treppe gestürzt. Er schlug so unglücklich mit dem Kopf auf, dass er am 12. April 2001, zwei Tage nach dem Unfall, an den Verletzungen starb. Das Ende einer schillernden Künstler-Karriere“.

Insider berichteten mir, dass er volltrunkend die steile Treppe in der Vorbauhalle runtergestürzt sei… Wahrheit hin oder her, er war definitiv ein Großer seines Faches. Dafür Respekt und Anerkennung.

Oft mit Lupe, arbeitete er sich Zentimeter für Zentimeter vor, jeder Pinselstrich, jeder Farbklecks musste stimmen. Sehr oft war die einzige Vorlage ein Gemälde-Katalog. So kopierte Born allein für den Monumentalfilm Goya  136 Gemälde originalgetreu. Insider berichteten, das schon während der Dreharbeiten ‚Gemälde‘ abhandengekommen sind.

 

  

Die bekleidete Maja (nach Goya); Kopie (undatiert, nicht signiert), hergestellt für den Film „Goya – oder Der arge Weg der Erkenntnis",1971. 

 

Für Lotte in Weimar  mit Lilly Palmer malte er die gesamte obere Etage des Goethe-Hauses. Für den Karl Liebknecht – Film pinselte er den Potsdamer Platz auf die Leinwand – 100 Meter lang, 13 Meter hoch. Nach der Kehre entwarf Born für die Unendliche Geschichte 3 die Traumwelt auf riesigen Wänden.

Born und sein Kollektiv haben für hunderte von Filmen fast alle großen Meister kopiert. Doch sein größter Wunsch: "Mal die Originale von Goya sehen. Die haben mir am meisten Spaß und Arbeit gemacht" - ging nicht in Erfüllung!