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Meine persönliche „Ruhmeshalle des ostdeutschen Films“ ist ein Forum der Erinnerung an Menschen, die durch ihren Erfolg im Film und beim Fernsehen oder durch ihren Einsatz für Film und Gesellschaft Geschichte geschrieben haben. Dazu gehören Schauspieler, Regisseure, Mitarbeiter und Gestalter anderer Gewerke!

 

Curt Bois (1901-1991) war ein deutscher Schauspieler und Komiker sowie einer der ersten Stars als Kinderdarsteller der Filmgeschichte. Ob in Deutschland, den USA oder in der DDR bei der DEFA, als er 1955 in der Komödie Ein Polterabend Regie führte.

 

Das Fernsehen der DDR zeigte 1981 das erste Film-Porträt über den Schauspieler, Curt Bois oder Mit Heinerle fing alles an

 

„Was wäre die Komödie ohne Curt Bois? Eine Uhr ohne Zeiger, eine Glühbirne ohne Strom, ein Auto ohne Motor. “ 

 

                                                                              

 

 

 

 

Inge Keller (1923-2017) galt als die Grande Dame des deutschen Theaters.

„Ihre unverwechselbare Aura war nicht nur in ihren Rollen, sondern auch bei ihren zahlreichen Lesungen zu spüren. Das deutschsprachige Theater hat eine seiner prägnantesten Persönlichkeiten verloren.“

 

Sie war nicht nur am Theater zu erleben, sie spielte auch in diversen Fernseh- und Kinofilmen mit. In der DDR war die Schauspielerin unter anderem in den Filmen Gewissen in Aufruhr (1961), Kleiner Mann - Was nun? (1967) und Effi Briest (1970) zu sehen. Nach der Wiedervereinigung hatte sie Auftritte in den Filmen Aimée und Jaguar (1999) oder in Lola und Bilidikid (1999).

„Für einen Schauspieler ist die Sprache eine Droge. Sie überkommt einen, und man kann sich nicht wehren gegen sie. Der Genuss eines Kommas, die Überraschung eines Doppelpunktes, das Atemholen eines Gedankenstrichs, das sind Erlebnisse, die weitergegeben werden müssen.“ 

 

Ein Wanderer, ein Zerrissener zwischen den Welten – Wolfgang Kieling (1924-1985)

 

Er war so Vieles, zuerst ein singender Kinderstar, eine Art Heintje der damaligen Zeit. Mit 17 zog er in den Krieg, wurde schwer verwundet, kam als Wrack heim. Er redete nie über diese Zeit. Später drehte er mit Hitchcock Der zerrissene Vorhang, war ein ausgebuchter Charakterdarsteller in Ost (Genesung; Das siebente Jahr; Betrogen bis zum jüngsten Tag; Jeder stirbt für sich allein oder Goya) und West (Der König und sein Narr, Abwärts).

Er synchronisierte Frank Sinatra, Marlon Brando, Kirk Douglas – und Bert aus der „Sesamstraße“. Er liebte Buchstabensuppe, bekam den Bundesfilmpreis (1965) und Die Goldene Kamera (1966). Seine Züge, sein Ausdruck, sein Kapital als Schauspieler ist nicht mehr … aber seine 110 Filme bleiben!

 

 

 

 

Ein kleiner großer Star – Christel Peters (1916-2009), die Mutter aller Schnäppchen!

Christel war eine deutsche Theater-, Kino- und Fernsehschauspielerin. Als die ‚Alte vom Media Markt‘, die „Mutter aller Schnäppchen“, aus der ehemaligen Werbe-Kampagne wurde sie mit 88 zu einer Art Kultfigur eben durch diese Fernseh-Spots.

 

Die bis ins hohe Alter vitale, kleine Person sah man schon zu DDR-Zeiten in Märkische Chronik; Zahn um Zahn; Kiezgeschichten oder in Salto Postale/ Kommunale. Auch nach der Wende hatte sie gut zu tun, schaffte es gar nochmals auf die große Leinwand ins Kino, als Bankräuberin in Jetzt oder nie sowie in Sommer vorm Balkon.

Mit 93 Jahren wurde die kleine, große Komödiantin in Grillby, einem Ort in der schwedischen Gemeinde Enköping in der Provinz Uppsala län beigesetzt.

 

Der Mann von der Cap Arcona, Erwin Geschonneck wurde 101 Jahre alt!

 

Der Spielfilm mit Erwin Geschonneck, Überlebender der Schiffskatastrophe in der Neustädter Bucht bei Lübeck am 3. Mai 1945, ist in der Reihe DDR-TV-Archiv auf DVD erschienen und somit endlich zugänglich. Der Schauspieler Erwin Geschonneck (1906 – 2008) verfolgte über zwei Jahrzehnte (s)ein Filmprojekt, das den Untergang der „Cap Arcona“ und „Thielbek“ am 3. Mai 1945 darstellen sollte – und damit einen Teil seiner eigenen Lebensgeschichte…

Geschonneck geriet 1939 in die Fänge der Gestapo und durch stand die NS-KZ-Höllen Sachsenhausen, Dachau, Neuengamme. Er überlebte als einer von wenigen den Untergang des Evakuierungsschiffes „Cap Arcona“ in der Lübecker Bucht.

Man nannte ihn, dem vielseitigen Theater, Film- und Fernsehschauspieler gern den "Hans Albers des Ostens". Er konnte sowohl ernste als auch komische Rolle brillant spielen. Erwin Geschonneck stammte aus armen Verhältnissen, liebte die Frauen und wurde zu einem der bekanntesten Film- und Fernsehstar der DDR.

Erinnert sei an:

Nackt unter Wölfen, Jeder stirbt für sich allein,

 

Das kalte Herz , Karbid und Sauerampfer,

 

Ach, du fröhliche  oder Gewissen in Aufruhr! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die kleine resolute Frau mit den roten Haaren - Gisela Trowe (1922-2010)

 

Neben ihren roten Haaren war ihre dunkle Stimme ein weiteres Markenzeichen.

 

Ihr Filmdebüt hatte sie bei der DEFA 1948 in Straßenbekanntschaft. Des Weiteren war sie 

auch in den DEFA-Produktionen Affaire Blum (R: Erich Engel) und Grube Morgenrot (R: Wolfgang Schleif) zu sehen. Danach spielte sie bis Mitte der 50er Jahre ausschließlich in Produktionen im Westen Deutschlands.

1956/1957 wird Trowe ein weiteres Mal bei der DEFA verpflichtet und spielt künstlerisch anspruchsvolle Hauptrollen in den Filmen Damals in Paris (R: Carl Balhaus) und Wo du hingehst (R: Martin Hellberg). Danach ist Ihre Filmarbeit im Osten endgültig beendet.

 

 

 

 

Bruno J. Böttge (1925-1981) - Ein Leben für Licht und Schatten

"Der Silhouettenfilm ist die Fortführung der jahrhundertealten Scherenschnitt- und Schattenrisskunst, die Pflege des alten bekannten Schattenspiels."

 

An zwei Künstler, die die Traditionen des

Scherenschnitts fortsetzten und wahrten, möchte

ich erinnern: Lotte Reiniger, die mit Anfang des

vorigen Jahrhunderts in der Kinematographie als

Erfinderin des Silhouettentricks gilt, und Bruno J.

Böttge, der 1951 im Populärwissenschaftlichen

Studio der DEFA begann, dieses Genre des

Trickfilmes weiterzuentwickeln, und ihm zu

internationaler Anerkennung verhalf. 

Beide gingen getrennte Wege und waren sich

dennoch sehr nahe in ihrer Liebe zur Schwarzen

Kunst, deren Akteure sie das Laufen lehrten.

 

Zwischen DEFA-Bambi und James Bond

Ilse Steppat (1917-1969) war eine wunderschöne Frau, die am 21. Dezember 1969 verstorbene deutsche Schauspielerin. 1947 setzte sie Kurt Maetzig im DEFA-Film Ehe im Schatten gekonnt in Szene. Im Jahr 1948 als der BAMBI zum ersten Mal verliehen wurde, erhielt diese Produktion den Preis (damals noch aus Porzellan). Es war gleichzeitig der erste und einzige Bambi, dass je ein DEFA-Film erhielt.

Nach dem grandiosen Erfolg bei der DEFA sah man sie noch in Die Brücke und Die blauen Schwerter.

In den 1960er Jahren erlebte man Steppat in einigen Edgar-Wallace-Filmen bevor sie 1969 als matronenhafte Gegenspielerin von James Bond Im Geheimdienst ihrer Majestät unterwegs war. Zwei Tage nach der Premiere stirbt sie in einem Berliner Krankenhaus an den Folgen eines Leberleidens. 

 

Der Clown, der eine schöne Frau verzauberte        

Nur wenige kannten Jiri Vrstala (1920-1999), aber alle kannten Clown Ferdinand. Knollennase, rote Perücke, karierter Mantel und die große Sonnenblume waren sein Markenzeichen.

Der tschechoslowakische Schauspieler Chronik eines Mordes; Die Söhne der großen Bärin; Die Nacht im Grenzwald … verkörperte eben auch zig Jahre sehr erfolgreich die beliebte Kinderfigur. In dieser Rolle war er oft mit seinem lustig bunten Wohnwagen unterwegs, eine skurrile Welt für sich: Da gab es ein Windrad, das ihn zum Fahren brachte, das aber auch sehr gut als Wasserrad oder als Fön Verwendung fand.

Es war 1966 im Frühling in Prag, durch die blühenden Gärten wandelte das Traumpaar, Angelica Domröse und Jiri Vrstala . Sie posierten für die Kamera und zeigten offen ihr Glück … zwölf Jahre sollte es andauern.