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Entdeckt in der Tiefe

 

Ab 1939 wurde für das NS-Reichsfilmarchiv ein Neubaukomplex in Babelsberg errichtet – in Bunkerhäusern, ausgestattet sogar mit Lüftungsanlagen: „Das war damals sehr modern.“ Die Gebäude in der Kohlhasenbrücker Straße wurden später vom DDR-Filmarchiv weitergenutzt, heute sind auf dem Gelände die Behindertenwerkstätten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) untergebracht.

Die Bestände aus Babelsberg und Berlin wurden in der Endphase des Zweiten Weltkriegs ausgelagert. Zunächst nach Polen, dann gelangte große Teile des Archivbestandes in die unterirdische Halle des Salzbergwerkes Grasleben, unweit von Helmstedt. Erst 1986 wurden Reste von dort entdeckt, geborgen und teilweise restauriert. Nun werden sie erstmals öffentlich gezeigt. 

„Die Wände waren schwarz von Ruß, auf dem Boden lag Asche. Es sind die Spuren eines Brandes, der im Juni 1945 im Salzbergwerk Grasleben in Niedersachsen, 430 Meter unter der Erde, gewütet hatte. In einem riesig unterirdischen System von Straßen und Hallen: vielleicht 100 Meter lang, 20 Meter breit und vier Meter hoch, da sind unglaubliche Schätze vernichtet worden.“

Erst 2013 war das Geld für die Restaurierung da – 20.000 Euro von der Staatsbibliothek über ein Förderprogramm zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts, weitere 2000 Euro von der Kinemathek, wie Anett Sawall berichtet. Damit konnten 64 Plakate aufwendig restauriert werden. Sie wurden zunächst trocken gereinigt, sprich vorsichtig abgebürstet – und dann gewässert, um das Salz aus dem Material zu spülen. Dann wurden die Plakate auf sogenanntes Japanpapier, Reispapier, und ein gesondertes Barriere Papier aufgebracht, verklebt mit wasserlöslichem Stärkekleister, erklärt Anett Sawall. Die angekokelten Ränder sind noch gut zu sehen.

Fundort im SalzstockFundort im Salzstock

 Geborgene Reste des NS-ReichsfilmarchivesGeborgene Reste des NS-Reichsfilmarchives