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EINE FRAGE DES FORMATS - die 70 mm Filme der DEFA!

Der 70 mm-Film hatte in der DDR nur eine kurze Verweildauer - offiziell von 1967-1974.

 

Mit der entsprechenden Wiedergabetechnik und mit Hilfe der großen Leinwand wollte man der Abwanderung der Zuschauer aus den Lichtspieltheatern vor die heimischen Bildschirme Paroli bieten.

In Leipzig war die Filmvorführstätte die "Schauburg".  Im Lauf der nächsten Jahre wurden in in der DDR 20 Vorführstätten - darunter zwei Freilichtbühnen (in Karl-Marx-Stadt und Eisenhüttenstadt) - mit der neuen Technik bestückt. Die Leinwandbreite auf den Freilichtbühnen betrug stolze 30 Meter, in den "normalen" Kinos wurden 15 Meter nicht unterschritten. Bis auf wenige Ausnahmen (Cottbus und Suhl) verfügte jeder Bezirk in der DDR über mindestens eine 70 mm-Leinwand. 

So stieg die DDR, nur wenige Jahre nach der UdSSR und den USA, zum dritten Staat der Erde auf, in dem die materiell-technische Basis für die 70 mm-Technik komplett vorhanden war.

Am Anfang wurden ausländische 70 mm Filme angekauft, so die russischen Kriegsepen Krieg und Frieden und Befreiung  sowie die  US-amerikanischen Produktionen Spartacus  und El Cid.

 

Doch nicht nur technisch, auch ideell hatte man Ambitionen. Das DEFA-Spielfilmstudio beabsichtigte, sein eigenes 70 mm-Angebot mit zwei internationalen Großproduktionen zu eröffnen. Gemeinsam mit indischen und polnischen Studios sollte 1964/65 das Monumentalepos Alexander und Chanaky (Regie: Heinz Thiel) entstehen, ein Film über die Begegnung des griechischen Herrschers Alexander und des indischen Gelehrten Chanaky vor mehr als 2000 Jahren. "Die Inder legen auf Schauelemente großen Wert", wusste ein Reporter von den Probeaufnahmen zu berichten. "Allein 2000 Pferde und 50 Elefanten sollen für den Film aufgeboten werden. Hinzu kommen Gladiatorenkämpfe mit Tigern, Fakire mit Cobras und der indische Seiltrick..." Das Projekt scheiterte weil ein windiger indischer Geschäftsmann die DEFA als Aushängeschild für sein internationales Großprojekt benutzen wollte, um sich damit "Kredite zu verschaffen".  Leider wurde der 70 mm Film   Henri IV.  von Kurt Meatzig ebenfalls abgebrochen, die DEFA bekam das Geld nicht zusammen.

So war nach 8 Spielfilmen und 2 Dokumentarstreifen Schluss!

Die Produktionen waren letztendlich viel zu teuer geworden und belasteten das Produktionsbudget des Studios. Obendrein setzte die Politik andere Prioritäten,  bevorzugte das Fernsehen weit vor dem Kino als Massenmedium.

 

So war DEFA 70 (1967) der erste  70 mm Film der DDR, der DEFA - Eine Art  Experimentalfilm zur Erprobung der 70mm Technik. 

Zwei Männer fahren in einem roten Vehikel Marke 'Opel Dixi' durch das idyllische Elbsandsteingebirge. Unterwegs nehmen sie ein Mädchen, das per Anhalter umherreist, mit. Bald hat der Wagen eine Panne. Während der umworbene Fahrgast den defekten Reifen ins nahe Dorf rollt, träumen die beiden Männer von Abenteuern mit dem aparten Mädchen. Die 70 mm-Kamera filmt dabei die Natur von Bastei und Ostsee, mit einem farbenprächtigen Sonnenuntergang. Sie erfasst eine Achterbahn-Fahrt und eine Flugreise, beobachtet Pferde auf der Koppel, Tanzveranstaltungen und Sinfoniekonzerte und hält eine Geisterstunde in einem alten Schloss fest. Nachtaufnahmen zeigen sich in einem beeindruckenden Grundton. Die Illusion des "Absoluten Dabeiseins" dominiert, auch erreicht durch die originelle Erprobung des Tricks, der Farbgebung und des Stereotons.

Regie: Werner Bergmann, Drehbuch: Werner Bergmann, Kamera: Jürgen Kruse; Schnitt: Helga Krause Darsteller. Yvy Cant (Mädchen), Gunter Schoß (Junge), Ivan Malré (Herr), Eberhard Cohrs (Halbgespenst), Vera Oelschlegel (Chansonsängerin), Werner Pauli (Gitarrist), Frank Schöbel (Sänger), Heidrun Bauer (Akrobatin), René Gutschmidt (Kunstradfahrer), Lothar Löhr (Jongleur), Otto Grafe, (Burgführer), Hans Sacksowski (Mann mit Beil) und Wolfgang Scheuer (Manipulator) Sprecher. Erhard Köster (Trickmännchen) und Klaus-Peter Thiele.                                                                                

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